Dachverband Legasthenie Deutschland (DVLD),
Erster Österreichischer Dachverband Legasthenie (EÖDL)


Legasthenietrainerin

 

Symptome
 

1. Legasthenie oder LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche)

Eine Lesestörung kennzeichnet sich allein dadurch aus, dass für das Kind der Text nur schwer bis gar nicht zu erfassen ist. Es erkennt keinen Zusammenhang und kann das Gelesene oft gar nicht wiedergeben. Auffälligkeiten  beim Vortragen sind beispielsweise

  • langsames und stockendes Lesen
  • Auslassen und Verdrehen von Buchstaben und Wörtern in der Rechtschreibung
  • Die Betonung beim Lesen stimmt nicht oder ist gar nicht erst da

Beim Schreiben kann es passieren, dass das Kind ein und dasselbe Wort immer wieder unterschiedlich falsch schreibt. Es könnte ein Anzeichen von Legasthenie sein. Typisch für eine Legasthenie sind neben Dehnungsfehler auch Buchstabendreher im Wort. Oft werden aber auch
 

* d/t und g/k oder v/f verwechselt

* b/d und p/q oder u/n verdreht

   oder gar

* falsche Buchstaben in ein Wort mit eingefügt. (Lantze statt Lanze)
 

Häufig sind legasthene Kinder psychisch auffällig. Hier sind die wichtigsten Alarmsignale:

  • Lustlosigkeit beim Lernen
  • Kopf – oder Bauchschmerzen als Zeichen von Versagungsangst
  • Ständige Konflikte bei den Hausaufgaben
  • Stören im Unterricht

Zwanzig Fragen für eine eventuell vorliegende Legasthenie oder LRS

Sollten Sie mehr wie 5 Fragen mit „Ja“ beantworten, so handeln Sie bitte im Interesse Ihres Kindes und geben Sie ihm die notwendige fachliche Unterstützung.
 

Diese allgemeinen Fragen beziehen sich auf die Persönlichkeitsmerkmale, die allen Legasthenikern eigen sind. Ein Zusammentreffen von mehreren Merkmalen lässt darauf schließen, dass es sich legasthenen Menschen handelt. Die Fragen beziehen sich generell auf die Situation beim Schreiben oder Lesen, außer es wird ausdrücklich anders in der Frage formuliert.

  • in Alltagssituationen auffällig wach und interessiert
  • in Spielsituationen völlig mit den Gedanken dabei
  • leicht ablenkbar, hört/sieht alles, kann Unwichtiges von Wichtigem nicht immer unterscheiden
  • abwesend, tagträumend
  • auffällige oder verkrampfte Körperhaltung
  • verzögertes Merkvermögen bei Buchstaben / Wörtern
  • reibt die Augen, blinzelt, äußert Sehprobleme
  • Verschwimmen der Buchstaben und / oder Zahlen
  • Geringere Merkfähigkeit beim Auswendiglernen
  • Scheinbare Hörprobleme, versteht schlecht
  • Verwaschene Sprache, sprachliche Mängel
  • Herabgesetzte Körperkoordination
  • Mangelnde Raum – und / oder Zeitkoordination
  • Wird mit der Aufgabe nicht fertig, trödelt
  • Geht Anforderungen aus dem Weg
  • Schwätzt, zeigt allgemeine verbale Unruhe
  • Überaktiv, hat vermehrten Bewegungsdrang
  • Reagiert aggressiv oder unkontrolliert
  • Geringes Selbstwertgefühl, fühlt sich minderwertig
  • In sich zurückgezogen, entmutigt


2. Dyskalkulie (Rechenschwäche)

Dyskalkulie zeigt sich in zwei Bereichen als Schwäche:
 

Man erkennt schon oft im Vorschulalter leichte Probleme, wenn es um das Verständnis zwischen Menge und Zahl geht. (beispielsweise beim Fingerabzählen oder spielerischem Zahlen -  Mengen zuordnen). Auch kann man es schon beim einschätzen, vergleichen und sortieren von Mengen bemerken, ob ein Kind Probleme damit hat oder nicht. Oder vielleicht fällt es ihrem Kind schwer zählen zu lernen?
 

Im Grundschulalter werden Rechenschwache Kinder meist dahingehend auffällig, dass sie zwar die gleichen Fehler wie ihre Klassenkameraden machen, aber sie brauchen viel, viel mehr Zeit, um ihre Aufgaben zu errechnen und vor allem zu begreifen. Sie kommen meist gar nicht ohne Rechenhilfen aus. Außerdem werden sie auffällig, wenn es um das Zerlegen von Zahlen geht oder die Rechenarten hin und her wechseln. Das Erlernen vom Einmaleins ist von ganz besonderer Schwierigkeit. Im Laufe der Zeit entwickeln sich größer werdende Schwierigkeiten bei Textaufgaben. 
 

Zwanzig Fragen für eine eventuell vorliegende Dyskalkulie

Sollten Sie mehr wie 5 Fragen mit „Ja“ beantworten, so handeln Sie bitte im Interesse Ihres Kindes und geben Sie ihm die notwendige fachliche Unterstützung.
 

  • Das Kind benötigt ungewöhnlich viel Zeit für Rechenoperationen und zeigt sich sehr schnell erschöpft?
  • Zahlenräume, Mengen, Größen, Formen und Entfernungen können schlecht erfasst werden, die Verbindung zwischen Menge und Zahlenbegriff fehlt
  • Rechensymbole (Plus, Minus, Mal, Geteilt) werden nicht erkannt oder verstanden
  • Trotz regelmäßigen Übungen werden keine wesentlichen Fortschritte erzielt oder das Geübte schnell wieder vergessen
  • Auslassen von Ziffern
  • Schwierigkeiten beim Überschreiten des Zehner – und Hunderterübergangs
  • Zahlenreihen können nicht weitergeführt werden
  • Zahlendreher sind häufig vorhanden
  • Verwechslung von ähnlich klingenden Zahlen (17/ 37)
  • Schwierigkeiten beim Kopfrechnen, Zwischenergebnisse können nicht gespeichert werden
  • Schwierigkeiten beim Einmaleins
  • Seitenverkehrtes Schreiben oder auch Lesen von Zahlen (6/9)
  • Verwechslung ähnlich aussehender Zahlen (5/6 oder 3/8)
  • Falsche Wiedergaben beim Abschreiben von Zahlen
  • Schwierigkeiten bei der Wahrnehmung und Wiedergabe von räumlicher und zeitlicher Abfolge
  • Textaufgaben und/ oder Rechenaufgaben mit zusätzlichen Texten bereiten große Schwierigkeiten
  • Kein Abschätzvermögen, z.B. beim Ergebnisüberschlag
  • Zählen und / oder Rückwärtszählen klappt nicht oder nur sehr unsicher
  • Generelle Regelunsicherheit

 

3. ADS / ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom - Hyperaktivität)
 

Die Anzeichen für eine eventuelle ADS sind beispielsweise:

  • Das Kind ist sehr leicht ablenkbar
  • Es verliert sehr schnell das Interesse an einer Aufgabe, kann sich darauf nicht konzentrieren und bricht sie ab.
  • Auch hat es Schwierigkeiten, Wichtiges von Unwichtigen zu unterscheiden
  • Das Kind kommt bei den Hausaufgaben nur sehr schwer zur Ruhe / oder auch in der Schule
  • Das Kind hat Schwierigkeiten damit das Lernen selbst zu organisieren
     

Die Anzeichen für eine eventuelle ADHS können sein:

  • Das Kind ist unausgeglichen
  • Ist oft Reizbar, wütend oder frustriert
  • Es verletzt ständig irgendwelche Regeln
  • Es redet viel, unterbricht und fällt anderen in Wort
  • In Ruhe zu spielen fällt ihm schwer, stattdessen zappelt es herum, rennt umher

Sollten die Anzeichen vermehrt bei Ihrem Kind auftreten, so wäre es ratsam einen ADS/ADHS Spezialisten zu kontaktieren, um Ihrem Kind das Lernen zu erleichtern. Diese Kinder benötigen eine ganz besondere Hilfe, um das Gelernte zu verstehen, zu verarbeiten und auch selbstständig umzusetzen.
 

Frühförderung / Vorschulalter

Werden fünf oder mehrere Fragen mit „Ja“ beantwortet, so liegt der Verdacht nahe, das Kind könnte Probleme beim Erlernen des Schreibens, Lesens oder Rechnens bekommen. Sobald das Kind in die Schule kommt, sollte es sehr genau bei seinen Fortschritten beobachtet werden. Eine Frühförderung wäre dringend anzuraten.
 

Zwanzig Fragen VOR Schulbeginn

  • das Denken findet schneller als das Handeln statt
  • auffällig „gute“ und „schlechte“ Tage
  • keine / robbende/ oder verkürzte Krabbelphase
  • verspätetes Gehen, schlechte Körperkoordination
  • Schwierigkeiten beim Binden von Schleifen oder beim Knöpfen
  • Hilfsschritte beim Treppensteigen
  • stolpert über Dinge die nicht da sind
  • kann oben / unten oder rechts/links nicht unterscheiden
  • Schwierigkeiten beim Umgang mit Messer und Gabel
  • Schwierigkeiten beim Umgang mit der Schere
  • Koordinationsschwierigkeiten beim Malen, zeichnet über den Rand
  • Schwierigkeiten beim Rad und Roller fahren oder auch beim schwimmen
  • Kreiert eigene Wörter , wie „Wasseral“, statt Mineralwasser
  • Verspätetes Sprechen / stottern oder stammeln
  • Merkt sich Kinderlieder oder Reime nicht gern, zeigt aber ansonsten hohe Merkfähigkeiten
  • Kann Rhythmen schlecht oder gar nicht nachklopfen
  • Lehnt Memory oder Puzzlespiele ab
  • Hat seine „eigene“ Ordnung (für manche Außenstehende „chaotisch“)
  • Ist oft extrem überhastet oder im Gegenzug extrem langsam
  • Auffällig gutes Verständnis für technische Dinge
     

Checkliste

Liebe Eltern,
für uns Trainer sind alle Informationen rund um das Thema „Schule“ wichtig, darum möchte ich hier mal eine kleine Checkliste aufstellen, die sie unbedingt beim nächsten Elternsprechtag erfragen sollten.

Wichtige Fragen für den Elternsprechtag:

1. Sprechen Sie über unklare Noten im Zeugnis oder lassen Sie sich Formulierungen genau erklären.
2. Fragen Sie nach, ob Ihr Kind in einem der Fächer besondere Schwierigkeiten hat oder ob dort Förderbedarf besteht.
3. Fragen Sie nach, wo die Stärken Ihres Kindes liegen.
4. Fragen Sie nach, ob Ihr Kind ausdauernd, konzentriert und selbstständig arbeiten kann.
5. Lassen Sie sich das Arbeitsverhalten Ihres Kindes im Unterricht schildern.
6. Lassen Sie sich das Sozialverhalten und den Kontakt zu anderen Kindern in der Schule erläutern.
7. Fragen Sie nach, ob Ihr Kind in irgendeinem Bereich, z. B. in der Wahrnehmung oder Motorik, auffällig ist.
8. Lassen Sie sich den aktuellen Leistungsstand im Lesen, Schreiben und Rechnen schildern. Hier ist wichtig zu erfahren, ob Ihr Kind die erforderlichen Leistungen gerade so erbringt, im Durchschnitt liegt oder überdurchschnittliche Ergebnisse abliefert.
9. Fragen Sie nach, für welchen Lerntyp die Lehrkraft Ihr Kind hält.
10. Fragen Sie nach, wie die Leistungen Ihres Kindes im Vergleich zu den Leistungen der Klasse bewertet werden.

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